SOWADI – FORSCHUNGSPROJEKT: SOLARTHERMISCHE WASSERDESINFEKTIONSANLAGE

Was ist SOWADI?

Hier kannst Du es sehen

Verunreinigtes Trinkwasser stellt in vielen Ländern ein großes Problem für die Gesundheit der lokalen Bevölkerung dar.

Insbesondere in großen Teilen Afrikas und Südostasiens haben viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sind deshalb auf Wasseraufbereitungsmaßnahmen angewiesen.

Dabei ist das Abkochen von Wasser die am weitesten verbreitete Methode, um gesundheitsschädliche Keime und Krankheitserreger zu vernichten. Das Abkochen über einem Feuer ist jedoch häufig mit hohen Energiekosten sowie mit Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Entwaldung und Rauchemissionen verbunden.

Die SoWaDi – Anlage auf der Lichtwiese (TU Darmstadt) bei vollem Sonnenschein – da sollten ca. 30 Liter Wasser am Tag abgekocht herauskommen. Die Anlage an der Lichtwiese ist mit einer aufwändigen Datenerfassung ausgestattet, die uns mit Informationen über den Durchsatz, die Temperatur und die Sonneneinstrahlung versorgt. Die Programmierung war tricky und hat viel Ausdauer und gute Ideen erfordert!

Mit viel Liebe zum Detail haben wir eine 3D-Konstruktion unserer SoWaDi-Anlage erstellt. Diese dient vor allem als Grundlage für die vielen Abbildungen, die wir für unsere Bauanleitung benötigen.

Die SoWaDi Anlage zur solaren Wasserdesinfektion in voller Schönheit. Alle Komponenten sind gut zu sehen, links der weisse Vorratsbehälter, der unten den Eingang in den Absorberkasten speist, die Heizschlange unter Glas und oben der gut isolierte Auslass in den kleinen Behälter. Diese Anlage,speist das abgekochte Wasser dann, da es nicht entnommen wird, in das große grüne Fass.

Unsere SoWaDi-Anlage haben wir mit vereinten Kräften an einem Wochenende im Frühjahr 2019 aufgebaut. Alle waren sehr stolz und glücklich, als die ersten Tropfen kamen!

Die Anlage an der Lichtwiese ist mit einer aufwendigen Datenerfassung ausgestattet, die uns Informationen über die Menge des abgekochten Wassers, Temperaturen an verschiedenen Punkten der Anlage und Wetterdaten versorgt, damit wir die Auswirkungen von Modifikationen an der Anlage möglichst normiert erfassen können.

Kurze Funktionsbeschreibung unserer SoWaDi-Anlage:    Der Speisewassertank (blau) führt das abzukochende Wasser über einen Schlauch in die Heizschlange im Absorber (rot). Aufgrund des hydrostatischen Drucks steigt dieses bis kurz vor den Steiger (Auslauf ganz oben). In der Heizschlange erhitzt sich das Wasser, im oberen Bereich wird knapp die Dampfphase erreicht. Durch die schlagartige Volumenvergrößerung wird das in der obersten Schleife befindliche Wasser ausgeworfen, kaltes Wasser läuft von unten nach. Wichtig: es muss bei intensiver Sonnenbestrahlung unbedingt immer Wasser in der Anlage sein, da diese sich sonst überhitzt!

In Tansania haben wir bei einer 6-wöchigen Ausreise 4  neue Anlagen bauen können, zusammen mit engagierten Schülern aus verschiedenen Berufsschulen. Gut zu sehen, dass es allen viel Spaß gemacht hat! Die Anlage muß bei der intensiven Sonneneinstrahlung unbedingt abgedeckt sein, wenn kein Wasser behandelt wird, da sie sich sonst überhitzt und Schaden nimmt.

Hier wird soeben der Rahmen auf die erste Glasscheibe gelegt, der den Abstand zur zweiten Glasscheibe sicherstellt. Gut zu sehen: die Isolierung, auf der das Blech liegt, das zusammen mit der Heizschlange das Herz des Absorbers bildet.

Die glücklichen Erbauer mit ihrer neuen SoWaDi-Anlage. Das Foto ist bei unserer Ausreise Februar/März 2019 entstanden. Während dieser Reise haben wir 2 ältere Anlagen wiederhergestellt und 4 neue Anlagen gebaut!

Jonas erklärt in einem workshop die Funktionsweise unserer SoWaDi-Anlage den interessierten Teammitgliedern, die dann in den nächsten Tagen zusammen mit unseren Ausreisenden die Anlage bauen werden. Alle Komponenten und Materialien wurden zuvor in lokalen shops und Märkten eingekauft.

Der erste Baufortschritt ist gemacht, der Fuß der neuen Anlage ist schon fertig und wird jetzt auf seinen zukünftigen Ort verbracht, wo die weiteren Montageschritte erfolgen.

Hier sieht man schön, wie die Heizschlange aus Kupferrohr mit Hilfe eines selbstgebauten Biegewerkzeugs in Form gebracht wird. Gar nicht so einfach! Was  man nicht sieht: das Rohr muss mit Sand gefüllt sein, damit sich der Rohrdurchmesser in der Biegung nicht verengt. Die größte Herausforderung ist dann, den Sand wieder aus dem Rohr zu bekommen!

Alle nehmen Anteil und freuen sich über die neue Anlage, die hoffentlich dazu beitragen wird, Wasser in Zukunft nicht mehr über dem offenen Feuer abkochen zu müssen, was sehr gesundheitsschädlich und auch nicht besonders ökologisch ist. Rebecca, Jonas und Julius freuen sich über den erfolgreich abgeschlossenen Aufbau.